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Auf die Multiplikatoren kommt es an
"Für den Transfer der Forschungsergebnisse auf die Ebene der Unternehmen spielen die Multiplikatoren die entscheidende Rolle", erläuterte der itb-Geschäftsführer Ewald Heinen eines der wichtigsten Ergebnisse der Projektarbeit im Zusammenhang mit der Transferinitiative "Erfolg mit neuen Dienstleistungen". Das Interesse der Betriebe an aktuellen Ergebnissen der Dienstleistungsforschung sei im Rahmen einer aktuellen Umfrage unter kleinen und mittleren Betrieben in Baden-Württemberg deutlich erkennbar gewesen, ebenso wie der Wunsch nach mehr Unterstützung und Beratung bei der betrieblichen Umsetzung. "Mehr als die Hälfte der Betriebe möchten auf diesem Weg mit ihren Dienstleistungen neue Märkte erschließen", fuhr er fort. Weitere 49 Prozent von ihnen wollten mit Unterstützung neue Dienstleistungen in ihren Unternehmen entwickeln, und 45 Prozent der Betriebsinhaber benötigten Hilfe bei der besseren Vermarktung ihrer Dienstleistungen. Ewald Heinen: "Der Bedarf also ist riesig."
Mit der Präsentation der Projektergebnisse durch Thomas Meiren vom Fraunhofer IAO fand die Transferinitiative "Erfolg mit neuen Dienstleistungen" in Baden-Württemberg am 18. Oktober 2011 gemeinsam mit drei anderen Projekten im Stuttgarter Haus der Wirtschaft ihren Abschluss. Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg richtete in Zusammenarbeit mit der Baden-Württemberg-Stiftung die von Dr. Giuseppe Strina vom itb moderierte "Zukunftswerkstatt Dienstleistungen" aus. Professor Walter Ganz, Institutsdirektor des Fraunhofer IAO, präsentierte die Empfehlungen und Perspektiven aus den geförderten Projekten. Zentrales Ergebnis, sagte er, sei die Erkenntnis eines großen Bedarfs der Unternehmen am Thema "Neue Dienstleistungen". Anfängliche Berührungsängste zwischen Unternehmern und Vertretern der Forschungseinrichtungen hätten jedoch rasch einer erfolgreichen Zusammenarbeit Platz gemacht. "So konnten zahlreiche neue Methoden und Tools gemeinsam entwickelt und teilweise sogar in der Praxis erprobt werden", erklärte Professor Ganz. "Dennoch ist die Reichweite von Forschungseinrichtungen sehr begrenzt. Die Transfer-Unterstützung durch Multiplikatoren ist deshalb umso notwendiger."
Die Transferinitiative "Erfolg mit neuen Dienstleistungen" setzte von Anfang an auf eine ganze Reihe von Pilotunternehmen als Multiplikatoren. Das Projekt wurde von der Baden-Württemberg-Stiftung finanziert und gemeinsam vom itb in Karlsruhe und dem Fraunhofer IAO in Stuttgart durchgeführt. Die beiden renommierten baden-württembergischen Forschungsinstitute nehmen auf dem Gebiet der Entwicklung neuer Dienstleistungen einen Spitzenplatz in der deutschen und europäischen Forschung ein und gewährleisten dank vielfältiger Kooperationen mit mittelständischen Unternehmen eine besonders große Praxisnähe ihrer Forschungsergebnisse. Die Institute wurden durch die Handwerkskammern in Freiburg, Konstanz und der Region Stuttgart sowie die Kreishandwerkerschaft Waldshut-Tiengen unterstützt. Zu den Transferpartnern gehörten außerdem der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag, Federführung Dienstleistung. Alle Industrie- und Handelskammern des Landes waren ebenfalls als Transferpartner am Projekt beteiligt.
Im Zentrum der zweijährigen Initiative stand die systematische Unterstützung des einheimischen Mittelstands beim Aufbau bzw. bei der Erweiterung ihres Dienstleistungsangebots. "Um möglichst viele Unternehmen zu erreichen", so Ewald Heinen, "haben wir in diesem Projekt besonders eng mit einer ganzen Reihe von Partnern aus der Wirtschaft Baden-Württembergs zusammengearbeitet." Erklärtes Ziel dieses systematischen Transfers aktueller Forschungsergebnisse sei es, betonte der Dienstleistungsexperte, vor allem in mittelständischen Betrieben Dienstleistungen als eine dauerhafte zusätzliche Erlösquelle zu etablieren. Und die Ergebnisse gäben ihm recht, erläuterte er weiter. Über drei Viertel aller Unternehmen wünschten sich dafür Praxisbeispiele, um auch in ihren Betrieben mit neuen bzw. verbesserten Dienstleistungen arbeiten zu können.
Im Gesamttext dieses Beitrags berichtet Dietmar Vollmer, geschäftsführender Gesellschafter der 1974 in Stühlingen-Eberfingen gegründeten Gebäudereinigung Emil Vollmer GmbH, über seine Mitarbeit als Pilotbetrieb in diesem Projekt (siehe Download).
Die Publikation "Dienstleistungen systematisch entwickeln – Ein Methoden-Leitfaden für den Mittelstand" (ISBN 978-3-926509-29-1) ist ein Ergebnis des vom itb durchgeführten und vom BMBF) geförderten Projekt "Service Engineering – Innovationstreiber in KMU".
Ausgehend von konkreten und mittelstandstypischen Problemstellungen aus der betrieblichen Praxis präsentiert der zusätzlich mit einer CD-ROM ausgestattete kompakte Ratgeber verschiedene Lösungswege zur systematischen Dienstleistungsgestaltung. Die Broschüre ist zum Preis von 19,80 Euro beim Institut für Technik der Betriebsführung, Karl-Friedrich-Straße 17, 76133 Karlsruhe, zu bestellen. Solange der Vorrat reicht, kann der Methoden-Leitfaden gegen Einsendung eines adressierten und mit 1,45 Euro frankierten C-4-Briefumschlags kostenlos beim itb bezogen werden. Eine pdf-Datei der Projekt-Veröffentlichung steht auf der Homepage des itb (
www.itb.de) bzw. auf der Homepage des Projekts (
www.service-engineering-kmu.de) als Download zur Verfügung.
Ansprechpartner:
Dipl.-Wi.-Ing. Ewald Heinen
Tel.: 0721-93103-18
E-Mail:
heinen@itb.de



