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Dr. Markus Glasl beim Netzwerk der Besten
Mit seinem Vortrag "Trends und Strategien im Handwerk" bereicherte Dr. Markus Glasl vom Ludwig-Fröhler-Institut (LFI) für Handwerkswissenschaften – Forschungsstelle für Handwerkswirtschaft und Recht im Deutschen Handwerksinstitut e.V. – das diesjährige Netzwerk-Event der Fliesenleger am 02. April in Leipzig.
Starker Wettbewerb und immer kürzere Innovationszyklen sowie eine dynamische Unternehmensumwelt macht strategische Planung auch und gerade für Handwerksbetriebe immer wichtiger. Dazu gilt es, nicht nur das eigene Unternehmen unter die Lupe zu nehmen und Stärken und Schwächen im Vergleich zu den Wettbewerbern festzustellen, sondern auch das Unternehmensumfeld zu beleuchten und Trends zu erkennen. Neben technologischen, politischen und gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen standen insbesondere der demografische Wandel sowie Konsumententrends im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Glasl. Anhand von Praxisbeispielen gelang es ihm, den etwa 250 Teilnehmern nicht nur die Notwendigkeit langfristigen strategischen Denkens deutlich zu machen, sondern auch konkrete Ansatzpunkte für den Aufbau und die Nutzung von Erfolgspotenzialen aufzuzeigen.
Eine große Herausforderung, der sich das Handwerk in den nächsten Jahren und Jahrzehnten stellen muss, ist der demografische Wandel und der damit verbundene Rückgang an Erwerbspersonen. Um den Fachkräftebedarf auch zukünftig decken zu können, müssen die Handwerksbetriebe zukünftig mehr Zeit für Maßnahmen zur Gewinnung und Bindung von qualifizierten Mitarbeitern investieren. Letzteres gelingt insbesondere durch offene, freundliche Kommunikation, das heißt, die Chefs müssen regelmäßig das Gespräch mit ihren Mitarbeitern suchen und mit ihnen über Verbesserungspotentiale im Arbeitsalltag oder die beruflichen Perspektiven sprechen. Hilfreich sind ferner sämtliche Maßnahmen, die zur Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Betrieb beitragen. Zu denken wäre beispielsweise an gemeinsame Normen und Werte, die in einem Leitbild dokumentiert sind. Helfen können aber auch Symbole, wie beispielsweise einheitliche Arbeitskleidung, und Rituale wie Betriebsausflüge und -feste.
Bei der Gewinnung von neuen Mitarbeitern gilt es, das Hauptaugenmerk auf die bessere Ausschöpfung vorhandener Potentiale zu legen. Die Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Menschen könnte durch ein Bündel von Maßnahmen deutlich erhöht werden. Die Bildung von altersgemischten Teams kann beispielsweise die Erwerbsbeteiligung älterer Mitarbeiter sicher stellen, trotz teilweise notwendiger hoher körperlicher Belastbarkeit. Großes Potential bietet auch die Gruppe der Migranten. Diese Bevölkerungsgruppe gilt es, für eine Tätigkeit im Handwerk zu mobilisieren, und zwar einerseits über eine gezielte Ansprache und Förderung sowie andererseits über ein eine offene Unternehmenskultur, die von Akzeptanz und respektvollem Umgang geprägt ist. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ausbildung eigener Nachwuchskräfte. Vor dem Hintergrund rückläufiger Absolventenzahlen geht auch die Zahl der Bewerber zurück, die sich für eine Ausbildung im Handwerk interessieren. Insofern, gewinnt die aktive Nachwuchswerbung an Bedeutung. Kooperationen mit Schulen, Betriebsbesichtigung und Praktika könnten diesbezüglich geeignete Maßnahmen darstellen.
Die gesamte Vortragspräsentation kann unter
http://www.lfi-muenchen.de/publikationen/Trends%20und%20Strategien%20im%20Handwerk.pdf herunter geladen werden.


