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Ganz nah am Betrieb

"Die Unternehmerinnen und Unternehmer unserer Pilotbetriebe sind sich einig", sagt Kristina Kuiper vom Institut für Technik der Betriebsführung (itb) in Karlsruhe – Forschungsstelle für Technik, Organisation und Qualifizierung im Deutschen Handwerksinstitut e.V. "Unser HaFlexSta-Projekt sei das erste ihnen bekannte Forschungsprojekt für Handwerksbetriebe, in dem sie selbst die Themen mitbestimmen. Näher dran an der unternehmerischen Realität kann man einfach nicht sein." Im Dezember vergangenen Jahres fanden zwei weitere Workshops mit insgesamt fast 30 Unternehmerinnen und Unternehmern statt, in denen es einmal mehr um die Suche nach praxisrelevanten Themen ging, die in den kommenden Monaten auf die Tagesordnung des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts gesetzt werden.

Jürgen Kirchberg, Geschäftsführer der Kirchberg GmbH (re.) und Hans Edeler von der Kern Technology GmbH & Co. KG im HaFlexSta-Workshop am 09.12.2010


Der Name "HaFlexSta" steht für die im Projekt angepeilte Balance aus Flexibilität und Stabilität (www.haflexsta.de). Mit Flexibilität sei sowohl die Bereitschaft als auch die Befähigung der Unternehmenslenker im Handwerk zur aktiven Veränderung und Gestaltung ihrer Betriebe gemeint, skizziert Kristina Kuiper den Projektrahmen. Eine stabile wirtschaftliche Lage der Unternehmen gehöre selbstverständlich ebenfalls dazu. Mit HaFlexSta gehe es nun darum, Wissenslücken zu erkennen und sie systematisch zu schließen. "Lebenslanges Lernen ist hier keine Worthülse", erklärt die itb-Expertin, "sondern die wichtigste Voraussetzung dafür, dass Handwerksbetriebe die anstehenden Herausforderungen des Marktes auch künftig rechtzeitig erkennen und richtig darauf reagieren." Nur so seien die Leistungs- und Innovationsfähigkeit der Betriebe und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit auch in der Zukunft gewährleistet.

Stichworte wie "Globalisierung", "demografischer Wandel" oder "komplexer werdende Märkte" sind auch im Handwerk längst angekommen. Die Dynamik aller Veränderungen auf den Märkten, in der Gesellschaft und nicht zuletzt bei den Wünschen der Kunden steigt ständig. Gleichzeitig sind diese für die betriebswirtschaftlichen Entscheidungen der Handwerksunternehmer so wichtigen Handlungsfelder von einer hohen Komplexität und nicht zuletzt sogar von großer Instabilität gekennzeichnet. Nur selten aber, und da sind sich sowohl die Experten als auch die Unternehmerinnen und Unternehmer einig, sind die Handwerksbetriebe auch strategisch auf diese Herausforderungen vorbereitet. Und nur selten verfügen sie auch über geeignete Instrumente und Konzepte zum "Managen" dieser Dynamik. Das soll sich ändern.

Im Rahmen des Projekts wurde mittlerweile ein handwerksgerechtes Modell zur Ausbalancierung von Flexibilität und Stabilität entwickelt. Ebenfalls auf die Bedürfnisse des Handwerks zugeschnittene Handlungskonzepte und Instrumente der Arbeits- und Organisationsgestaltung sowie Methoden zur Personal-, Organisations- und Kompetenzentwicklung wurden erarbeitet. Zu den Zielen von HaFlexSta gehört auch die pilotartige Erprobung des entwickelten Modells sowie der Handlungskonzepte und Instrumente zusammen mit insgesamt 15 Pilotbetrieben. Die Betriebe wurden in zwei Unternehmernetzwerke eingeteilt. Das erste Netzwerk besteht aus acht Handwerksbetrieben mit maximal 15 Mitarbeitern und vorwiegend nichtstationären Arbeitsplätzen, z.B. ein Baubetrieb oder ein Dachdecker. Im zweiten Netzwerk sind sieben Betriebe mit mindestens 15 Beschäftigen zusammengeschlossen, die überwiegend stationäre Arbeitsplätze haben, z.B. eine Konditorei und eine Schlosserei.

Diese Netzwerke arbeiten über eineinhalb Jahre zusammen und erproben die erarbeiteten Handlungskonzepte und Instrumente in der betrieblichen Praxis. Ein spezielles Evaluationskonzept sieht Erhebungen sowohl bei den 15 Pilotbetrieben als auch in einer ebenfalls aus 15 Handwerksbetrieben bestehenden Kontrollgruppe vor. Ergänzend erfolgt eine formale Evaluation, die im wesentlichen aus Kurzbefragungen, "Blitzlicht-Reflexionen" und Feedback-Runden im Rahmen von Workshops und Prozessbeobachtungen besteht.

"Wir haben jetzt mit den Firmeninhabern auf der Grundlage unseres Modells die Themen ausgewählt, mit denen sie in der Zukunft bestimmte Situationen in ihren Unternehmen untersuchen und geeignete Maßnahmen zur Veränderung entwickeln können", berichtet Kristina Kuiper über das Ergebnis der beiden Dezember-Workshops. Beide Veranstaltungen fanden in den Räumen von zwei Pilotbetrieben statt und sorgten schon allein deshalb für eine unmittelbare Nähe zur betrieblichen Praxis. Die nächsten Veranstaltungen finden bereits in diesen Tagen statt und werden Aufklärung darüber geben, mit welchen spezifischen Situationen sich die Unternehmerinnen und Unternehmer künftig näher auseinandersetzen werden.

Ansprechpartnerin:
Kristina Kuiper
Tel.: 0721-93103-22
E-Mail: kuiper@itb.de

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Institut für Technik der Betriebsführung (itb)

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