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Handwerksunternehmen präsentieren sich als attraktive Arbeitgeber
Lange Zeit haben Handwerksunternehmen weit über ihren eigenen Bedarf hinaus Fachkräfte ausgebildet und damit auch andere Wirtschaftsbranchen mit wertvollem Humankapital versorgt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels stellt die zunehmende Abwanderung von jungen Fachkräften nach Ende der Ausbildung mittlerweile eine immer größere Herausforderung dar.
Maximilian Wolf vom Ludwig-Fröhler-Institut (LFI) für Handwerkswissenschaften – Forschungsstelle für Handwerkswirtschaft und Recht im Deutschen Handwerksinstitut e.V. – geht im Rahmen seiner Doktorarbeit der Frage nach, auf Grund welcher Entscheidungsdeterminanten Auszubildende nach Ende ihrer Ausbildung anstelle eines Wechsels in die Industrie im Handwerkssektor bleiben. Dabei wird zwischen dem angestrebten Wechsel von Auszubildenden während ihrer Ausbildung (intendiertes Entscheidungsverhalten) und dem tatsächlich realisierten Wechsel nach Ende der Ausbildung (realisiertes Entscheidungsverhalten) unterschieden. Die Analyse fußt auf einer Befragung von 100 Auszubildenden aus ganz Bayern, die infolge eines Übernahmeangebots die freie Wahl zwischen dem Handwerks- und Industriesektor hatten. Die folgende Abbildung macht deutlich, dass 47 % der befragten Fachkräfte während ihrer Ausbildung angestrebt haben, im Handwerkssektor zu bleiben.
- Intendierter und realisierter Übergang der Auszubildenden in den Arbeitsmarkt
Diese Analyse des intendierten Wechselverhaltens führt also zur der Vermutung, dass Handwerksunternehmen mehr als die Hälfte seiner Fachkräfte an die Industrie verlieren. Betrachtet man dagegen das tatsächlich realisierte Wechselverhalten, so zeigt sich, dass 35 % der Auszubildenden ihr Vorhaben, im Handwerk zu bleiben auch tatsächlich realisieren (grau schraffierte Fläche). Zusätzlich gewinnt der Handwerkssektor 26 % der Auszubildenden, die ursprünglich in die Industriesektor abwandern wollten.
Die Handwerksunternehmen stellen also attraktive Arbeitgeber für die jungen Fachkräfte dar. In diesem Zusammenhang unterstreicht die Untersuchung , dass sich die Handwerksunternehmen auf ihre Stärken, wie zum Beispiel das gute Arbeitsklima, fokussieren sollten, um mit Industrieunternehmen im Kampf um Fachkräfte konkurrieren zu können.
Die entsprechende Promotionsschrift von Maximilian Wolf mit zahlreichen weiteren Detailanalysen erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2012.
Ansprechpartner:
Maximilian Wolf
Tel: 089-515560-85
E-Mail:
wolf@lfi-muenchen.de


