Inhalt

Leistungen werden gebündelt

"Es ist schon erstaunlich, was man über sich selbst und sein Unternehmen erfahren kann, wenn einem mal ein externer Fachmann über die Schulter schaut", sagt Harald Scharrenbach, Geschäftsführer des Bonner Metallbaubetriebs Scharrenbach & Thelen GmbH (STM). Diese Erkenntnis verdankt der Unternehmer seiner aktiven Mitarbeit als Pilotbetrieb in einem Forschungsprojekt des Karlsruher Instituts für Technik der Betriebsführung (itb) – Forschungsstelle für Technik, Organisation und Qualifizierung im Deutschen Handwerksinstitut e.V. Nun stellt er seine Projekterfahrung, seine unternehmerische Kompetenz und sein Wissen um konkrete betriebliche Anforderungen an neue wissenschaftliche Erkenntnisse erneut dem itb und darüber hinaus auch anderen Unternehmen und Forschungseinrichtungen zur Verfügung.

Harald Scharrenbach fungiert als Stellvertretender Vorsitzender des zu Beginn dieses Monats im itb in Karlsruhe gegründeten Arbeitskreises KMU. Dieser Arbeitskreis ist Teil der Strategischen Partnerschaft "Produktivität von Dienstleistungen", einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Ziel des Arbeitskreises KMU ist es, das Know-how und die Kompetenzen aus mittelständischer Wirtschaft und Wissenschaft auf diesem Gebiet noch schneller und praxisbezogener als bisher zusammenzuführen. Durch seine Teilnahme als Pilotbetrieb im itb-Projekt „ProDiK“ (www.service-navigator-kmu.de) ist der Bonner Unternehmer für seine neue Rolle als Mit-Koordinator des neuen Arbeitskreises deshalb geradezu prädestiniert.

ProDiK steht für "Integriertes Produktivitätsmanagement für Dienstleistungen in KMU" und will hauptsächlich den sogenannten Service Navigator entwickeln. Mit Hilfe dieses Instrumentariums soll es kleinen und mittleren Unternehmen künftig möglich sein, die Produktivität ihrer Dienstleistungen zu messen und zu bewerten. Das itb führt das vom BMBF geförderte dreijährige Forschungsprojekt gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Personal und Unternehmensführung der Universität Duisburg-Essen durch. itb-Projektleiter Joachim Hamburger: "Mit Blick auf die zukünftigen Herausforderungen bei Fragen zur Produktivität von Dienstleistungen setzen wir als Forschungsinstitut des Deutschen Handwerks damit unsere wichtige Aufgabe als zuverlässiger Mittler zwischen angewandter Forschung und betrieblichen Anforderungen zielgerichtet fort."

Unverwechselbares Markenzeichen der itb-Forschungsarbeit ist die einzigartige Verbindung von konsequenter Praxisnähe und betrieblicher Nutzenorientierung durch permanente Zusammenarbeit mit Unternehmen mit dem Einsatz modernster wissenschaftlicher Methoden und Instrumente. In den verschiedenen Projektphasen seiner neuen Forschungsaufgabe im Rahmen des Forschungsprojekts "ProDiK" setzt das itb deshalb einmal mehr auf seine Kernkompetenzen und arbeitet von Anfang an eng mit einer Reihe von Handwerksbetrieben und anderen mittelständischen Unternehmen zusammen. Damit ist gewährleistet, dass die konkreten Rahmenbedingungen der unternehmerischen Praxis in den KMU sowohl bei der Entwicklung eines Bewertungstools zur Messung der Produktivität von Dienstleistungen im Unternehmen als auch der spätere Transfer eines praxiserprobten und mittelstandstauglichen Coaching-Pakets jederzeit berücksichtigt werden.


"ProDiK" stellt sich aber nicht nur das Projektziel, mit dem Service Navigator exemplarisch für eine konkrete Auswahl von Pilotbetrieben ein Instrumentarium zur Messung, Bewertung und Steigerung der Dienstleistungsproduktivität zu entwickeln. Die Anwenderbetriebe einer ersten Gruppe von Pilotbetrieben sollen aus diesem Tool unmittelbar Hinweise und Handlungsanleitungen erhalten, um die Effizienz bestehender Dienstleistungen in ihren Betrieben verbessern oder aber neue Dienstleistungen entwickeln zu können. Mit anderen Worten, der Service Navigator ist ein neuartiges, praktisches Hilfsmittel, um direkt in das Service Engineering überzuleiten.

Da der Wertbeitrag von Dienstleistungen eine immer größere Rolle bei der Ausgestaltung und Steuerung von Unternehmen spielt, auf Grund seiner spezifischen Eigenschaften jedoch nicht entsprechend berücksichtigt wird oder noch nicht berücksichtigt werden kann, steht er im Mittelpunkt des aktuellen Forschungsvorhabens "Produktivität von Dienstleistungen". "ProDiK" ist hier elementarer Bestandteil. "Während große Unternehmen häufig auf eine mehr oder weniger dichte Personaldecke von Experten oder sogar auf hochspezialisierte Abteilungen zurückgreifen können", erläutert Joachim Hamburger den Hintergrund, "befinden sich KMU sowohl bei den personellen als auch den organisatorischen Ressourcen in einer weniger komfortablen Situation. Hier muss meist jeder alles machen." Um diesen kleinen und mittleren Betrieben dabei zu helfen, will der neu gegründete Arbeitskreis vor allem bei der Identifikation der betrieblichen Problemfelder den Informationsaustausch aktivieren und damit die sonst möglicherweise eingeschränkte, projektbehaftete Sichtweise erweitern.

Ansprechpartner:
Joachim Hamburger
E-Mail: hamburger@itb.de

Suche

 in
Institut für Technik der Betriebsführung (itb)

Weitere Informationen auf der Homepage des Instituts...

 weiter