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Leistungspotenzial des kreativen Handwerks in Sachsen-Anhalt

Die Studie analysiert die Bedeutung und das Leistungspotential des kultur- und kreativwirtschaftlichen Handwerks im Land Sachsen-Anhalt. Sie wurde im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit des Landes Sachsen-Anhalt erstellt und knüpft an die Fragestellung und Problematik des BMWi-Projekts "Das Handwerk in der Kultur- und Kreativwirtschaft" an. Wichtige Hilfen bei der Erstellung der Studie leisteten die Handwerkskammern Magdeburg und Halle (Saale).

Auf Grund der mangelnden statistischen Datenbasis beruht die Analyse primär auf qualitativen Erhebungen. Auf dieser Basis wurden sechs Good-Practice-Beispiele von besonders kreativen Handwerksbetrieben des Landes Sachsen-Anhalt analysiert. Darüber hinaus erfolgte eine Bestandsaufnahme der für das kreative Handwerkhilfreichen Institutionen.

Die Auswertung der wenigen verfügbaren statistischen Daten hat gezeigt, dass im bundesweiten Vergleich das kreative Handwerk in Sachsen-Anhalt leicht unterrepräsentiert ist. In nur wenigen Handwerkszweigen existiert ein im Vergleich zum Bundeswert hoher Betriebsbesatz. Diese wenigen Branchen sind aber nicht von großem Gewicht, da es sich um Gewerbe handelt, deren Betriebszahlen sich unterhalb von 50 Einheiten bewegen.

Da die Aussagekraft dieser statistischen Daten begrenzt ist, wurde zusätzlich eine qualitative Analyse durchgeführt. Als Ergebnis zeigt die Studie, dass das Handwerk im Land Sachsen-Anhalt in sehr verschiedenen Bereichen kultur- und kreativwirtschaftlich tätig ist. Die Bandbreite reicht dabei von Betrieben, deren Tätigkeitsspektrum primär in der Bewahrung des kulturellen Erbes liegt, über Betriebe, die Musikinstrumente herstellen und sich dabei eine eigene Marke geschaffen haben, über typische Kunsthandwerker, wie Gold- und Silberschmiede, bis hin zu Betrieben, die kreative Dienstleistungen erbringen. Allein diese Beispiele zeigen, welche unterschiedlichen Facetten das Handwerk im kreativen Bereich beinhaltet.

Bei aller Individualität und Verschiedenheit der analysierten kreativen Handwerksbetriebe wiesen sie einige gemeinsame Charakteristika auf: Sie sind ausnahmslos Kleinstbetriebe, die sich durch eine hohe organisatorische und technische Flexibilität auszeichnen. Die Produktpalette besteht betriebsübergreifend aus designintensiven Einzelanfertigungen, die überwiegend in Handarbeit erstellt werden.

Die Arbeitsorganisation in den Betrieben kann als Teamarbeit charakterisiert werden. Alle Betriebe sind gut bis sehr gut am Markt positioniert. Sie besetzen auf Grund der hohen Qualität und der Einzigartigkeit ihrer Produkte Marktnischen. Die Hälfte der Betriebe wurde für eines oder mehrere seiner Produkte bereits ausgezeichnet.

Eigenschaften des Handwerks in der Kultur- und Kreativwirtschaft


Die Kunden befinden sich überwiegend in Deutschland und Europa, aber auch weltweit, d.h., es wird auch für den Export produziert. Die Produkte verkaufen sich auf Grund ihrer Besonderheit primär durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Eine ausgefeilte Marketingstrategie ist daher nicht anzutreffen. Die Ressourcen werden auf den schöpferischen Akt der Herstellung konzentriert.

Obwohl ein spezifisches, der Kooperation förderliches, regionales Milieu am Standort der Betriebe kaum anzutreffen ist, haben bei allen untersuchten Betrieben Kooperationen mit Kunden, Beschaffern, aber auch Wettbewerbern eine große Bedeutung und es existiert der Wunsch, diese vermehrt zu praktizieren.

Last but not least offenbart die Studie, dass das Land Sachsen-Anhalt über vielfältige, die kreativen Handwerksbetriebe unterstützende Einrichtungen verfügt. Dabei befindet sich die Vernetzung mit den Betrieben noch im Anfangsstadium. In Zukunft sollte das Augenmerk darauf gelegt werden, die vorhandenen ungenutzten Potentiale auszuschöpfen.

Diese Publikation steht zum kostenfreien Download zur Verfügung unter www.mw.sachsen-anhalt.de und www.kreativ-sachsen-anhalt.de.

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