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Neuer Rahmenlehrplan zu Teil III der Meisterausbildung
Voraussichtlich zum 01. Januar 2012 wird eine neue Verordnung über die gemeinsamen Anforderungen in der Meisterprüfung im Handwerk (AMVO) in Kraft treten. Das Ludwig-Fröhler-Institut (LFI) für Handwerkswissenschaften – Forschungsstelle für Handwerkswirtschaft und Recht im Deutschen Handwerksinstitut e.V. – erstellt hierzu einen neuen Rahmenlehrplan, der die Bildungsträger und Dozenten dabei unterstützen soll, die Lehrgänge sowie die Unterrichtsmaterialien möglichst gut auf die neuen Bestimmungen auszurichten. Dieser Rahmenlehrplan kann vermutlich zum Jahresende veröffentlicht werden.
Hintergrund der aktuellen Änderungen ist eine Studie des Forschungsinstituts für Berufsbildung (FBH) im Handwerk an der Universität zu Köln – Forschungsstelle für Beruf, Bildung und Arbeit im Deutschen Handwerksinstitut e.V., die der aktuell gültigen Prüfungsordnung attestiert hat, modernen berufspädagogischen Anforderungen nicht ausreichend gerecht zu werden. Insbesondere würden die Formulierung ganzheitlicher Unternehmerkompetenzen sowie beruflich relevanter Handlungsfelder fehlen. Diese Defizite beseitigt der neue Entwurf der AMVO, der im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) unter Federführung des FBH entwickelt wurde.
Aufgabe des LFI war und ist es, die Vorgaben der Prüfungsordnung in einem Lehrplan zu konkretisieren. Unterstützt durch ein Expertenteam aus Mitarbeitern von Handwerkskammern, des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) sowie des FBH wurden für jede – in der Prüfungsordnung genannte – Handlungssituation Kompetenzen definiert, über die ein Prüfling verfügen sollte.
Nachdem sich die Gliederung der neuen Prüfungsordnung zur Stärkung der Handlungs- und Kompetenzorientierung an realen betrieblichen Handlungssituationen orientiert, tauchen in der AMVO die altbekannten fachsystematischen Begriffe nicht mehr auf. Dies bedeutet aber nicht, dass bestimmte Lerninhalte in der Meisterausbildung nicht mehr vermittelt werden müssen. Der vom LFI zu entwickelnde Lehrplan wird neben den – in der AMVO festgeschriebenen – Handlungssituationen und den bereits erwähnten Handlungskompetenzen auch eine Inhaltebene umfassen, die den Unterrichtsstoff weiter konkretisiert. Bei der Zuordnung der Lehrinhalte zu Handlungssituationen achtet das Institut sehr genau darauf, dass bewährte Inhalte der Meisterausbildung auch zukünftig ausreichend Berücksichtigung finden werden.
Ziel der Neuerungen ist es, die Meisterschüler noch besser auf ihre beruflichen Herausforderungen vorzubereiten. Es soll nicht nur Wissen vermittelt werden, sondern auch die Fähigkeit, dieses Wissen in der Praxis anzuwenden. Diese Zielsetzung schließt die Vermittlung wichtiger Grundlagenkenntnisse explizit mit ein.
Ansprechpartner für das Projekt:
Dr. Markus Glasl
Ludwig-Fröhler-Institut für Handwerkswissenschaften
E-Mail:
glasl@lfi-muenchen.de
Tel.: 089-515560-82


