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Nutzung neuer Marktpotentiale im Handwerk

Durch die tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen unserer Zeit entsteht eine Vielzahl neuer Marktpotentiale: Der demografische Wandel in Deutschland mit mehr älteren Kunden etwa, ein steigendes Umweltbewusstsein oder die immer größere Bedeutung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien sind hier zu nennen. Dies alles geschieht vor dem Hintergrund einer zunehmenden Dienstleistungsorientierung in der Bevölkerung. So stellt sich für die Unternehmen des Handwerksbereiches mehr denn je die Frage, wie dadurch entstehende Marktpotentiale genutzt werden können.

In einer Untersuchung des Ludwig-Fröhler-Instituts (LFI) für Handwerkswissenschaften – Forschungsstelle für Handwerkswirtschaft und Recht im Deutschen Handwerksinstitut e.V. – werden dafür konkrete Maßnahmen aufgezeigt. Natürlich können auf Grund der heterogenen Leistungsstruktur des Handwerks nicht sämtliche Marktpotenziale für alle Gewerke analysiert werden. Die Befunde dieser Studie besitzen jedoch in vielen Fällen Gültigkeit für eine ganze Reihe von Handwerksbranchen.

Der demografische Wandel betrifft dabei in erster Linie das immerzu wachsende Kundensegment der Senioren. Hiervon sind vor allem Wirtschaftszweige betroffen, die für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Kunden – in diesem Falle der Senioren – sorgen können. Dies gilt beispielsweise für Hörgeräteakustiker, Augenoptiker und Orthopädietechniker. Gleichzeitig werden auch die Mitarbeiter im Durchschnitt älter und können die tägliche Arbeit auf Grund etwa körperlicher Belastungen nicht mehr so verrichten wie jüngere. Diese scheinbare innerbetriebliche Schwäche kann hier als Stärke gegenüber älteren Kunden genutzt werden, denn es ist anzunehmen, dass ältere Mitarbeiter am besten geeignet sind, ältere Kunden zu betreuen und diese als Kundensegment zu erschließen.


Das steigende Umweltbewusstsein in der Gesellschaft eröffnet einerseits dem Lebensmittelgewerbe eine Reihe neuer Markpotentiale, andererseits aber auch Handwerksbranchen wie den Kraftfahrzeugtechnikern. Die Automobilhersteller sind aktuell damit beschäftigt, immer sparsamere und abgasärmere Autos zu entwickeln. Vor allem Hybridmotoren sind auf dem Vormarsch. Das Konzept ist einfach: Ein Verbrennungsmotor wird bei Bedarf durch einen Elektromotor unterstützt. Beim Bremsen wird die Batterie des Elektromotors dann wieder aufgeladen. Für die Werkstätten ist es nun entsprechend wichtig, sich auf diese Entwicklungen einzustellen und den Mitarbeitern das nötige Wissen zu vermitteln, die der Umgang mit modernen Technologien wie z.B. dem Hybridmotor verlangt. Ins Bewusstsein der Betriebe muss treten, dass nur so langfristig die Wettbewerbsfähigkeit gewährleistet werden kann.


Für fast alle Gewerke des Handwerks ist der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) empfehlenswert. In Studien zeigte sich, dass der Einsatz moderner IKT auf elektronischen Märkten im Allgemeinen zu einer Senkung des Transaktionskostenniveaus im Vergleich zum realen Markt führt. Suchkosten reduzieren sich etwa durch die Nutzung elektronischer Datenbanken, Suchmaschinen und spezialisierter Informationsportale. Die IKT-Nutzung zur Unterstützung von Geschäftsprozessen führt entsprechend zu qualitativen und quantitativen Verbesserungen in Informations-, Entscheidungs- und physischen Prozessen, wodurch die Produktivität sowie die Effizienz gesteigert werden können.


Die strukturellen Veränderungen bieten also nicht nur einigen wenigen Gewerken Chancen und Möglichkeiten. Fast alle Wirtschaftszweige des Handwerks sind von ihnen mehr oder weniger betroffen. Je früher sich die Betriebe mit den Konsequenzen auseinandersetzen und sich darauf einstellen, desto wettbewerbsfähiger werden sie sein und einen Vorsprung gegenüber denjenigen Unternehmen erlangen, welche die Potenziale der aktuellen Entwicklungen vernachlässigen.

Diese Studie ist abrufbar unter http://www.lfi-muenchen.de/publikationen/Marktpotentiale.pdf oder kann direkt beim Ludwig-Fröhler-Institut, Tel. 089-515560-70, bestellt werden.

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Ludwig-Fröhler-Institut (LFI), Bereich für Handwerkswirtschaft

Weitere Informationen auf der Homepage des Instituts...

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