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Workshop in der Backstube
Die Feldstudie des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts "HaFlexSta" ist fast abgeschlossen. Der vorletzte von insgesamt 12 Workshops mit jeweils rund 20 Teilnehmern fand Mitte dieses Monats rheinland-pfälzischen Edenkoben statt. Der Name "HaFlexSta" steht für die im Projekt angepeilte Balance aus Flexibilität und Stabilität (
www.haflexsta.de). Mit Flexibilität sei sowohl die Bereitschaft als auch die Befähigung der Unternehmenslenker im Handwerk zur aktiven Veränderung und Gestaltung ihrer Betriebe gemeint, skizziert Kristina Kuiper vom Institut für Technik der Betriebsführung (itb) in Karlsruhe – Forschungsstelle für Technik, Organisation und Qualifizierung im Deutschen Handwerksinstitut e.V. – den Projektrahmen. Eine stabile wirtschaftliche Lage der Unternehmen gehöre selbstverständlich ebenfalls dazu. Mit HaFlexSta gehe es nun darum, Wissenslücken zu erkennen und sie systematisch zu schließen. "Lebenslanges Lernen ist hier keine Worthülse“, erklärt die itb-Expertin, "sondern die wichtigste Voraussetzung dafür, dass Handwerksbetriebe die anstehenden Herausforderungen des Marktes auch künftig rechtzeitig erkennen und richtig darauf reagieren." Nur so seien die Leistungs- und Innovationsfähigkeit der Betriebe und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit auch in der Zukunft gewährleistet.
Stichworte wie "Globalisierung", "demografischer Wandel" oder "komplexer werdende Märkte" sind auch im Handwerk längst angekommen. Die Dynamik aller Veränderungen auf den Märkten, in der Gesellschaft und nicht zuletzt bei den Wünschen der Kunden steigt ständig. Gleichzeitig sind diese für die betriebswirtschaftlichen Entscheidungen der Handwerksunternehmer so wichtigen Handlungsfelder von einer hohen Komplexität und nicht zuletzt sogar von großer Instabilität gekennzeichnet. Nur selten aber, und da sind sich sowohl die Experten als auch die Unternehmerinnen und Unternehmer einig, sind die Handwerksbetriebe auch strategisch auf diese Herausforderungen vorbereitet. Und nur selten verfügen sie auch über geeignete Instrumente und Konzepte zum "Managen" dieser Dynamik. Das soll sich ändern.
Im Rahmen des Projekts wurde ein handwerksgerechtes Modell zur Ausbalancierung von Flexibilität und Stabilität entwickelt. Ebenfalls auf die Bedürfnisse des Handwerks zugeschnittene Handlungskonzepte und Instrumente der Arbeits- und Organisationsgestaltung sowie Methoden zur Personal-, Organisations- und Kompetenzentwicklung wurden erarbeitet. Zu den Zielen von "HaFlexSta" gehört auch die pilotartige Erprobung des entwickelten Modells sowie der Handlungskonzepte und Instrumente zusammen mit insgesamt 15 Pilotbetrieben. Die Betriebe wurden in zwei Unternehmernetzwerke eingeteilt. Das erste Netzwerk besteht aus acht Handwerksbetrieben mit vorwiegend nichtstationären Arbeitsplätzen, z.B. ein Baubetrieb oder ein Dachdecker. Im zweiten Netzwerk sind sieben Betriebe zusammengeschlossen, die überwiegend stationäre Arbeitsplätze haben, etwa die Edenkobener Bio-Konditorei.
- Konditormeister Edmund Keller, Geschäftsführer der Bio-Konditorei Löwenzahn (Mitte) zeigt den Teilnehmern des "HaFlexSta"-Workshops am 12.12.2011 seinen Betrieb in Edenkoben
"Wir haben mit sieben Firmeninhabern aus Rheinland-Pfalz und Führungskräften dieser Betriebe vor allem die Themen Kommunikation und operative Betriebsführung bearbeitet", berichtet Kristina Kuiper über das Ergebnis des Workshops. Die Veranstaltung fand in den Räumen der Bio-Konditorei Löwenzahn statt. Ein Betriebsrundgang durch die vorweihnachtlich duftende Backstube sorgte schon allein deshalb für eine unmittelbare Nähe zur betrieblichen Praxis und überdies sogar noch für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Mit dem letzten "HaFlexSta"-Workshop am 26. Januar 2012 in Neustadt sowie der praktischen Erprobung der im Projektverlauf entwickelten Instrumente und Methoden in den Betrieben endet schließlich die Feldstudie in den Betrieben.
- Arbeitsatmosphäre der Teilnehmer des "HaFlexSta"-Workshops am 12.12.2011 in Edenkoben
Im Rahmen des Projekts kommt den betriebswirtschaftlichen Beratern der Handwerksorganisation eine besondere Bedeutung zu. Sie haben in der Regel einen sehr engen und oft auch persönlichen Kontakt zu den Kammerbetrieben, führen für ihre Mitgliedsbetriebe kostenfreie Kurzberatungen durch und verfügen über eine vielfältige praxisrelevante Beratungserfahrung. Im Rahmen von "HaFlexSta" wirken sie deshalb als Praxispartner mit und werden anschließend als Transferpartner die Betriebe bei der Umsetzung der erarbeiteten Erkenntnisse unterstützen. Schon im laufenden Projekt erwies sich die tatkräftige Unterstützung durch Bernd Bauerfeld und Steffen Blaga, die Betriebsberater der Handwerkskammer der Pfalz, als sehr wirkungsvoll.
Ansprechpartnerin:
Kristina Kuiper
Tel.: 0721-93103-22
E-Mail:
kuiper@itb.de


