27.01.2016

Der mobile Smart Home & Living-Demokoffer für das Handwerk

Die Entwicklung und Vernetzung intelligenter Gegenstände nimmt immer größeren Anteil an der modernen Gesellschaft. Ob im häuslichen Umfeld oder getragen am Körper, es gibt kaum noch Bereiche, in denen das "Internet der Dinge" nicht Einzug gehalten hat. Zentrale Merkmale sind dabei die interoperable Vernetzung der unterschiedlichen Akteure und das Bereitstellen intelligenter, automatisierter Prozesse.

Um die verschiedenen Akteure untereinander bekannt zu machen und eine Kommunikation zu ermöglichen, ist ein passender Einrichtungsprozess von elementarer Notwendigkeit. Dieser kann sich je nach eingesetzter Technologie und genutztem Kommunikationsstandard stark unterscheiden. Das stellt eine große Hürde für den Massenmarkt und für die breite Nutzung von Smart Home-Systemen dar, da es den meisten Anwendern nicht möglich ist, existierende Lösungen mit geringem Aufwand und wenig Fachkenntnissen in Betrieb zu nehmen. Darüber hinaus sind auch die "Erstansprechpartner" der Anwender im Zusammenhang mit der Installation von Smart Home-Systemen –  das Handwerk – mit der Konfiguration der Systeme gefordert. Um die Vielzahl der verschiedenen Produkte installieren zu können, ist häufig ein erheblicher Aufwand erforderlich. Notwendig sind daher sogenannte Plug&Play-Konzepte, um die Komplexität der Systeme zu minimieren und die dadurch entstandene Hemmschwelle beim Einsatz von Smart Home-Systemen zu senken.

Zusammen mit der easierLife GmbH und weiteren Partnern hat das Institut für Technik der Betriebsführung (itb) in Karlsruhe – Forschungsstelle im Themenbereich Technik, Organisation und Qualifizierung im Deutschen Handwerksinstitut e.V. – nun ein Verbundprojekt abgeschlossen, in dem die Entwicklung von Komponenten zur automatisierten Einrichtung und Wartung von Sensornetzwerken sowie die Schaffung generalisierter Prozesse vernetzt wurden. Durch die gezielte Vereinfachung der Prozesse und IT-gestützter Hilfsmaßnahmen werden Hürden bei der Einrichtung der Smart Home-Systeme abgebaut. Mit Hilfe von Konfigurationsprofilen soll im weiteren Verlauf eine (semi-) automatische Anpassung an sich ändernde Gegebenheiten und Einsatzszenarien erreicht werden. Hierzu wurde eine zentrale Komponente geschaffen, welche alle Bestandteile des Systems einlernt und für den individuellen Kontext konfiguriert.

Zur Veranschaulichung der Leistungsfähigkeit bzw. der Vorteile und Nutzungspotentiale einer Smart Home-Lösung wurde für Handwerker ein mobiler Demonstrationskoffer entwickelt. Dieser Koffer enthält Smart Home-Komponenten zur automatisierten Einrichtung und Wartung von Sensornetzwerken. Dadurch können Sensorik und Aktorik unterschiedlicher Standards miteinander vernetzt werden (z.B. Bewegungssensorik, Raumklimasensorik). Das Augenmerk liegt dabei sowohl auf der Erstkonfiguration eines Smart Home-Gesamtsystems, als auch auf der kontinuierlichen Anpassung und Erweiterung an sich ändernde, äußerliche Gegebenheiten und Einsatzszenarien. Im Gegensatz zu existierenden Smart Home-Demohäusern oder -wohnungen ermöglicht ein mobiler Demokoffer die individuelle Vorführung beim Kunden vor Ort und die Einbindung sowohl vorhandener als auch zusätzlicher speziell für diesen Kunden ausgewählter Module.

Schon jetzt erfreut sich der Koffer große Nachfrage und kann über das itb Karlsruhe ausgeliehen werden.

Bildquelle: Hahn Schickard Gesellschaft für angewandte Forschung e.V.

Im Rahmen der Initiative Smart Home & Living vom Land Baden-Württemberg sollen nun weitere Projekte dieser Art angestoßen werden.

Ansprechpartnerin:
Dr. Uta Cupok
Tel.: 0721-93103-27
E-Mail: cupok(at)itb.de