20.11.2019

100 Jahre Forschung für das Handwerk

Der Gedanke zur Gründung eines speziellen Forschungsinstitutes für "Rationelle Betriebsführung" war naheliegend, um Ergebnisse aus der Forschung auch für das Handwerk nutzbar zu machen. Am 24.10.1919 unterzeichneten auf Initiative von Walter Bucerius, der spätere Direktor des Landesgewerbeamtes Baden und erste Institutsleiter, Vertreter der badischen Handwerkskammern Freiburg, Karlsruhe, Konstanz und Mannheim sowie die Landwirtschaftsstelle für das Badische Handwerk die Gründungsurkunde des "Forschungsinstituts für Rationelle Betriebsführung" im Landesgewerbeamt Karlsruhe.

100 Jahre später wurde dies am 14.11.2019 mit einem Festakt in Karlsruhe unter dem Titel "Vom Gestern zum Heute – 100 Jahre Handwerksforschung in Karlsruhe" feierlich gewürdigt. Die 120 Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Handwerk reflektierten aktuelle und künftige Herausforderungen für das Handwerk, die miteinander gemeistert werden sollen.

v.l.n.r.: Dr. Gerold B. Hantsch, ehemaliger Institutsleiter itb; Prof. Dr. Birgit Ester, Institutsleiterin itb; Rainer Reichhold, Baden-Württembergischer Handwerkstag; Michael Kleiner, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg; Karl-Wilhelm Steinmann, Handwerkskammer Hannover; Dr. Sabine Hepperle, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie; Holger Schwannecke, Zentralverband des Deutschen Handwerks

Dr. Sabine Hepperle, Abteilungsleiterin Mittelstandspolitik des Bundeswirtschaftsministeriums, überbrachte die Grüße des Bundesministers für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier. "Das Handwerk spielt in der Mittelstandspolitik eine zentrale Rolle", so Dr. Hepperle. Sie nannte die Sicherung von Fachkräften und die Bewältigung des digitalen Wandels als die derzeit wesentlichen Herausforderungen für das Handwerk.

Holger Schwannecke, Generalsekretär des ZDH und Vorsitzender des Vorstands des D H I, stellte fest: "Das Deutsche Handwerksinstitut kann das Handwerk zu sämtlichen Fragestellungen aus volkswirtschaftlicher, sozialstruktureller, rechtlicher oder betriebswirtschaftlicher Sicht unterstützen. Das ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal des Handwerks." Er betonte den besonderen Charakter des D H I, dessen Institute die Betriebe des Handwerks mit Forschungsergebnissen, Handlungsempfehlungen sowie Leitfäden bedarfsgerecht unterstützen.

Michael Kleiner, Ministerialdirektor des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, wies stolz darauf hin, dass eines der bundesweit fünf Institute unter dem Dach des Deutschen Handwerksinstituts e. V. in Baden-Württemberg seinen Sitz hat. "Dabei schätzt das Wirtschaftsministerium die Forschungs- und Transfertätigkeit des itb für das Handwerk. Mit der Zukunftsinitiative ‚Handwerk 2025‘ haben wir gemeinsam einen Veränderungsprozess angestoßen, um die großen Herausforderungen der Digitalisierung und der Fachkräftegewinnung und -sicherung im baden-württembergischen Handwerk anzugehen und es optimal für die Zukunft aufzustellen." 

Begleitend zum Festakt präsentierte das itb die Publikation "Zukunftsfähiges Handwerk durch Forschung und Weiterbildung – Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des itb". Die Beiträge beleuchten mit den beiden Themenschwerpunkten "Unternehmensführung in Zeiten der Digitalisierung" und "Fachkräfte – rekrutieren, ausbilden, weiterbilden" aktuelle Ergebnisse und richten zugleich den Blick voraus auf die Themen, mit denen sich die Handwerksforschung in den kommenden Jahren auseinandersetzen muss.

Auf großes Interesse stieß bei den Teilnehmern eine speziell für diesen Anlass konzipierte von und von der Institutsleiterin des itb, Prof. Dr. Birgit Ester, eröffnete Ausstellung. Anhand von Meilensteinen der Institutsgeschichte wurde deutlich, wie die Handwerksforschung des itb die gesellschaftlichen und technologischen Herausforderungen aufgreift und praxisnahe Hilfen sowie Bildungsangebote für Betriebe und Organisationen des Handwerks erarbeitet.

Darüber hinaus machte das Institut seine zukunftsgewandte Ausrichtung deutlich. Prof. Ester stellte in diesem Zusammenhang das neue Logo und den angepassten neuen Institutsnamen vor: aus "Institut für Technik der Betriebsführung" wird "Institut für Betriebsführung im Handwerk".

Das Team des itb

Ansprechpartner:
Joachim Hamburger
Tel.: 0721/93103-21
E-Mail: hamburger(at)itb.de

Institut für Technik der Betriebsführung (itb)

Weitere Informationen auf der Homepage des Instituts...

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