07.06.2017

Erprobung von "ValiKom" gestartet

Im Rahmen des Projekts "Abschlussbezogene Validierung non-formal und informell erworbener Kompetenzen - ValiKom" wird ein auf Standards beruhendes gemeinsames Validierungsverfahren zur Feststellung beruflich relevanter Kompetenzen entwickelt, die nicht in formalen Bildungsprozessen erworben wurden.

In diesem Jahr hat hat die Erprobung des Verfahrens in der Praxis begonnen. Innerhalb des Erprobungszeitraumes von März 2017 bis März 2018 soll das Verfahren mit insgesamt 160 Personen durchgeführt werden, um Stärken und mögliche Schwachstellen des Verfahrens zu erkennen und diese für die Zukunft entsprechend auszubessern. Im April 2017 fand die erste Fremdbewertung in der Handwerkskammer Münster und im Mai 2017 in der Industrie- und Handelskammer Stuttgart statt – bei beiden Terminen war auch das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk (FBH) vor Ort. 

Das FBH wird im Laufe des Erprobungszeitraums bei jeder Kammer jeweils an einer Fremdbewertung teilnehmen. Ziel ist, durch die neutrale Beobachtung zusätzliche Erkenntnisse zu gewinnen. Zudem hat das FBH die Gelegenheit mit allen Beteiligten (Teilnehmende, Kammer-Mitarbeitende, Fremdbewerter und Beobachter) ein persönliches Interview durchzuführen. Die Aussagen werden im Anschluss anonym ausgewertet und Erkenntnisse zur Verfahrensoptimierung abgeleitet.

In der Funktion der wissenschaftlichen Begleitung steht das FBH darüber hinaus als Ansprechpartner für Fragen der Kammer-Mitarbeitenden zur Verfügung. Dazu gehören zum Beispiel: 

  • "Wie kann eine Arbeitsaufgabe handlungsorientiert gestaltet werden?"
  • "Wie gestaltet man die Dokumente sprachsensibel?"
  • "Wie sollen die unterschiedlichen Dokumente genutzt werden?"

Für die Evaluation des Verfahrens hat das FBH verschiedene Instrumente entwickelt.

Im Falldokumentationsbogen werden anonym alle wichtigen Daten der Interessierten und Teilnehmenden erfasst. Dazu verwendet jede projektbeteiligte Kammer ein Tool, um die entsprechenden Daten digital einzutragen. Die Auswertung der Falldokumentationsbögen erfolgt nach Abschluss der Erprobungsphase im März 2018. Mit den daraus gewonnenen Daten sollen unter anderem folgende Fragen beantwortet werden:

  • Welche Zielgruppe fragt das Verfahren an?
  • Für welche Berufe wird das Verfahren durchlaufen?
  • Was kostet ein Verfahren?
  • Wie lange dauert ein Verfahren
  • Aus welchen Gründen werden einzelne Verfahren abgebrochen/ nicht zu Ende geführt?

Für alle Teilnehmenden, die das FBH nicht persönlich befragen wird, wurde ein zweiseitiger Fragebogen entwickelt. Nach Durchlaufen des ValiKom-Verfahrens haben die Teilnehmenden so die Möglichkeit, dieses zu bewerten und damit wichtige Rückmeldungen zu geben.

Der Fragebogen soll Auskunft darüber geben,

  • wie zufrieden die Teilnehmenden mit dem Verfahren sind,
  • wie die Teilnehmenden mit den Dokumenten klargekommen sind,
  • wie die Teilnehmenden die Fremdbewertung empfanden.

Das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt wird geleitet durch den Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT) und bildungspolitisch durch den Deutschen Handwerkskammertag (DHKT) und den Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) gesteuert. Das FBH Köln begleitet das Projekt wissenschaftlich. Zudem sind die Handwerkskammern Dresden, Hannover, für München und Oberbayern sowie Münster und die Industrie- und Handelskammern Halle-Dessau, Köln, München und Oberbayern sowie Stuttgart an dem Projekt beteiligt.

Das FBH wird die Ergebnisse aller Erhebungen nach Abschluss der Erprobungen zusammenfassen und entsprechende Schlüsse ableiten.

Ansprechpartner:
Rolf R. Rehbold
Telefon: 0221-470-5679
E-Mail: rolf.rehbold(at)uni-koeln.de