22.02.2018

Handwerk als Innovator und gesellschaftlicher Stabilisator

Die Megatrends Digitalisierung, Klimawandel sowie demografischer Wandel und Zuwanderung stellen für Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland eine große Herausforderung dar. Gerade das Handwerk leistet hier einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung der resultierenden Probleme. In einem gerade veröffentlichten Aufsatz stellen Gunther Friedl und Markus Glasl wesentliche Leistungen des Handwerks sowie die positiven Wirkungen auf die Gesellschaft dar.

Um die zukünftig noch wachsende Fachkräftelücke zu schließen, ist es notwendig, vorhandene Arbeitskräftepotenziale besser auszuschöpfen. Solche Potenziale liegen beispielsweise in der Verlängerung der Lebensarbeitszeit, der Erhöhung der Erwerbsquote von Frauen, der Inklusion von Menschen mit Behinderung oder der Integration von Zuwanderern. In allen Bereichen sind Handwerksbetriebe sehr aktiv, wie aktuelle Daten zeigen. Ein besonders großes Potential liegt in der Ausbildung junger Flüchtlinge, wie eine Studie des Ludwig-Fröhler-Instituts (LFI) für Handwerkswissenschaften in München – Forschungsstelle im Themenbereich Handwerkswirtschaft und Recht im Deutschen Handwerksinstitut e.V. – belegt. Sie kommt aber auch zum Ergebnis, dass es noch einige Hemmnisse zu beseitigen gilt.

Einflussgrößen auf das Potenzial von Flüchtlingen für eine Ausbildung im Handwerk (Quelle Glasl [2017]: Potenzial von jungen Flüchtlingen für eine Berufsausbildung im Handwerk, S. 36)


Auch die Digitalisierung stellt Handwerksbetriebe vor große Herausforderungen. Um im Wettbewerb weiter bestehen zu können, müssen einerseits Geschäftsprozesse mit Hilfe neuer digitaler Technologien effizienter gestaltet und andererseits auch neue Geschäftsmodelle entwickelt werden. Gegenüber anderen Wirtschaftsbereichen hat das Handwerk hier noch einen gewissen Nachholholbedarf, auch wenn es schon zahlreiche und vielfältige Beispiele für den Einsatz moderner Technologien gibt.

Als "Ausrüster der Energiewende" leistet das Handwerk einen wesentlichen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz. Gerade im Bereich der energetischen Gebäudesanierung haben viele Handwerksbetriebe neue Geschäftsfelder aufgebaut und tragen so entscheidend zur Reduzierung der CO2-Emissionen bei. Aber auch der Ausbau der Elektromobilität wäre ohne die Leistungen des Handwerks nicht möglich. Ferner investieren sehr viele Handwerksbetriebe in die Erhöhung ihrer Energieeffizienz und tragen damit ebenfalls zur Verbesserung der Energiebilanz bei.

Diese und viele weitere Aspekte der Leistungsfähigkeit des Handwerks sind in dem Aufsatz systematisch zusammengestellt und mit empirischem Datenmaterial belegt. Der Aufsatz steht auf der Internetseite des Instituts zum Download zur Verfügung.

Friedl, Gunther / Glasl, Markus: "Das Handwerk als Innovator und gesellschaftlicher Stabilisator, in: Das Handwerk Analyse und Ausblick", hrsg. von der Handwerkskammer für München und Oberbayern, S. 39-49, München 2017.

Ansprechpartner:
Dr. Markus Glasl
Tel: (089)51556082
Fax: (089)51556077
E-Mail: glasl(at)lfi-muenchen.de