07.06.2017

Institutsaustausch: Wie ist mein Kollege methodisch bei seinen Untersuchungen vorgegangen?

Am 15. und 16.05.2017 trafen sich in Göttingen die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des D H I, um über ihre Forschungsaktivitäten und -ergebnisse zu diskutieren. An der internen Veranstaltung nahmen 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den fünf D H I-Instituten teil. Ziel des Treffens war es, die Kommunikation untereinander zu fördern, das gegenseitige Verständnis durch eine interdisziplinäre Sichtweise zu erhöhen, das wissenschaftliche Niveau des D H I zu heben sowie darauf aufbauend die Möglichkeiten weiterer gemeinsamer Projekte zu erweitern.


Die Mitarbeiter berichteten in Vorträgen über ihre Projekte, wobei die vorgestellten Ergebnisse zumeist aus noch nicht abgeschlossenen Vorhaben stammten. Die Beiträge wurden bewusst zeitlich kurz gehalten, um dem wissenschaftlichen Disput einen großen Raum zu geben. Die Vorträge waren inhaltlich verschiedenen thematischen Blöcken zugeordnet, wie Digitalisierung, Berufsbildung, Arbeitsmarkt, Betriebswirtschaftslehre, Innovation und Arbeit 4.0. Dass jeder Block von zwei Instituten gestaltet wurde, bereicherte die interdisziplinäre Sichtweise. Interessant war dabei zu beobachten, dass die Institute – bedingt durch ihre Ausrichtung und in Abhängigkeit von der zu untersuchenden Fragestellung – vielfältige unterschiedliche methodische Herangehensweisen wählten, wie bspw. statistische Auswertungen, empirische Erhebungen und Befragungen bzw. Interviews. 

Den Anfang machte Johannes Trenkle vom LFI, der die Erfolgsdeterminanten handwerksnaher Gründungen im Kontext der Digitalisierung vorstellte und dabei auch auf Möglichkeiten der Nutzung für das Handwerk einging. Den Block „Digitalisierung“ vervollständigte Jens Bille vom HPI, der sich der Nutzung von Building Information Modeling (BIM) im Handwerk widmete. Im Block „Berufsbildung“ thematisierte zunächst Katrin Rasch vom FBH die Frage, wie Schülerinnen und Schüler auf ihren Weg in das Berufskolleg blicken. Katarzyna Haverkamp vom ifh referierte über Einkommenseffekte der Arbeitsmarktmobilität nach Abschluss einer Handwerkslehre. Den Schlusspunkt des ersten Sitzungstags bildete der Block „Arbeitsmarkt“. Judith Schliephake vom itb untersuchte die Rolle der mitarbeitenden Unternehmerfrauen bzw. Partnerinnen in Handwerksbetrieben, während Kaja Fredriksen vom ifh der Frage der Einkommensunterschiede im Kontext von beruflichen Zugangsbeschränkungen im Handwerk nachging.


Mit dem Block „Betriebswirtschaftslehre“ startete der 2. Sitzungstag. Thema des Beitrags von Markus Buchner vom LFI war die relative Schätzgüte des vereinfachten Ertragswertverfahrens im Vergleich zum AWH-Standard. Ute Cupok vom itb berichtete über kooperative Bauvorhaben im Sozialwesen. Bevor Jörg Thomä vom ifh seine Untersuchungen zum Innovationsmodus nicht-FuE-aktiver KMU vorstellte, befasste sich im Block „Innovation“ Daniel Weihrauch vom HPI mit der Technologiebeobachtung und dem Qualifikationsmonitoring für das Handwerk. Der Block „Arbeit 4.0“ rundete die Veranstaltung ab. Darin referierte Anja Baumann vom itb zunächst über die Auswirkungen der digitalen Transformation und  leitete daraus Erkenntnisse und Empfehlungen für das Handwerk ab. Thema des Beitrags von Fred Schumacher vom FBH waren Digitalisierung und Berufsbildung im Handwerk. Er analysierte die Veränderungen von Qualifikationsanforderungen und deren Auswirkungen auf die Ordnungsmittel auf Meisterniveau.

Das Mitarbeitertreffen wurde von allen Teilnehmern als ein voller Erfolg gewertet. Durch die rege Diskussion konnten viele neue Erkenntnisse gewonnen werden. Es besteht der einhellige Wunsch, den wissenschaftlichen Austausch zwischen den Instituten im Rahmen künftiger Tagungen weiter zu intensivieren.

Die Teilnehmer danken dem ifh für die perfekte Organisation dieser gelungenen Veranstaltung.

Ansprechpartner:
Dr. Knut Heldt
Tel.:030/20619-401
E-Mail: dhi(at)zdh.de

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