26.05.2021

Kompetenzen für künstliche Intelligenz im Handwerk

Künstliche Intelligenz (KI) bietet vielfältigen Möglichkeiten. Davon sollen auch Handwerksbetriebe profitieren können. So sind eine effizientere Arbeits- und Einsatzplanung oder eine Reduktion körperlicher Belastung erreichbar – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ein wichtiger Vorteil.

Jedoch erfordert dies Kompetenzen. Welches Wissen und Know-how Betriebe sowie Beratern des Handwerks konkret benötigen, war Gegenstand aktueller Forschungsarbeiten des itb Karlsruhe. Ausgangspunkt war eine Befragung von Experten im Handwerk. Dazu wurden 37 qualitative Tiefeninterviews durchgeführt mit Unternehmern on Handwerksbetrieben, Betriebsberatern der Handwerksorganisationen und Vertretern des ZDH sowie des KDH.

KI wird in Betrieben und in der Beratungspraxis bisher kaum thematisiert. Dies hat vor allem zwei Gründe:

  • Betriebsberatung ist vorwiegend "problemzentriert". Dieser Ansatz ist darauf ausgerichtet, Betrieben unmittelbar und entlang ihrer konkreten Handlungsbedarfe zu beraten. Wenn Betriebe KI-Themen nicht aktiv anfragen, bleiben diese im Rahmen der Betriebsberatung meist außen vor.
  • Zudem legt die gegenwärtige Situation für viele Betriebe den Fokus eher auf Themen der Bestandserhaltung und Existenzsicherung. Dagegen kommt der Auseinandersetzung mit Zukunftsthemen – wie KI – eine eher nachgeordnete Rolle zu. Alle Befragten sind sich jedoch einig: Die Bedeutung von KI wird auch im Handwerk schnell und stark zunehmen.

Daher nehmen die Berater des Handwerks eine zentrale Rolle ein, wenn es um die Nutzung von KI in Handwerksbetrieben geht: Sie sind, auch wenn es um (digitale) Technologien geht, bei vielen Betrieben „Ansprechpartner Nummer 1“. Diese Rolle können sie sich zunutze machen, Betriebe proaktiv auf technologische und bedarfsgerechte Lösungen anzusprechen.

Dazu bedarf es grundlegender Kompetenzen und einer Sensibilisierung, die aufgebaut werden müssen. Dreh- und Angelpunkt dabei sind konkrete Anwendungsmöglichkeiten bzw. Use Cases. Anhand derer soll Betrieben demonstriert werden, wo Potenziale liegen, welche Erfolgsfaktoren, aber auch "Stolperstellen" bei der Einführung existieren. Daher wird im Rahmen des Vorhabens "KomKI – Kompetenzen über KI aufbauen" eine Qualifizierung konzipiert, die neben Betrieben auch Berater der Handwerksorganisationen darin unterstützen soll, das Thema KI aktiv voranzutreiben.

Das itb führt daher das Projekt zusammen mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis durch, z. B. auch mit dem Schwesterinstitut HPI. Hier werden Qualifizierungsbausteine für Handwerksbetriebe zum Einsatz und der Nutzung von KI entwickelt. Das Verbundprojekt läuft noch bis Ende 2023 und wird gefördert durch das  Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter dem Dach der  Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA).

Ansprechpartnerinnen:
Anja Cordes, Judith Schliephake
Tel.: 0721/93103-25/-20
E-Mail: cordes(at)itb.de/schliephake(at)itb.de

Institut für Betriebsführung (itb)

Weitere Informationen auf der Homepage des Instituts...

 

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