15.12.2020

Neue Chancen durch Verzahnung von Ausbildungsmodellen

Die Kombination von kaufmännischer und technischer Expertise ist in der Praxis von großem Interesse. Das Gesetz zur Modernisierung und Stärkung der beruflichen Bildung ermöglicht nun die gleichzeitige Aufnahme von zwei Ausbildungsmodellen in Teilzeit. Dies zeigt das Rechtsgutachten "Zur Eröffnung der Möglichkeit verzahnter Teilzeitausbildungsmodelle durch § 7a BBiGbzw. § 27b HwO" des Ludwig-Fröhler-Instituts in München.

§ 7a BBiG und § 27b HwO räumen seit Anfang 2020 die Möglichkeit der Teilzeitausbildung für verschiedene Personenkreise ein. Die weitergehende Interpretation der Vorschriften ergibt, dass mit der geregelten Verkürzung der Arbeitszeit allein die durchschnittliche Arbeitszeit gemeint sein kann. Dies macht eine verblockte Teilzeitausbildung möglich. Laut der Gesetzesbegründung soll mit der Teilzeitausbildung auch die Erwerbstätigkeit neben der Ausbildung ermöglicht werden. Gleichzeitig ist damit aber auch die gesetzliche Grundlage für die parallele Durchführung zweier Teilzeitausbildungen gegeben.

Der hohe zeitliche Organisationsaufwand zweier Ausbildungen birgt auch für die Praxis neue Herausforderungen. Zum einen muss für die verzahnten Ausbildungen ein geeigneter Betrieb gefunden werden. Zum anderen sollte ein aufeinander abgestimmter Zeitplan der jeweiligen Berufsschulen, oder sogar eine auf die Verzahnung zweier Ausbildungen zugeschnittene Berufsschulklasse angeboten werden. Falls diese Anforderungen gemeistert sind, steht der Absolvierung verzahnter Ausbildungsmodelle in Teilzeit nichts mehr im Wege.

Die gutachterliche Stellungnahme von Sophie Sallaberger steht hier zum Download zur Verfügung.

Ansprechpartner:
Victor Eibl
Tel.: 089/515560-72
E-Mail: eibl(at)lfi-muenchen.de

Ludwig-Fröhler-Institut (LFI) für Handwerkswissenschaften

Weitere Informationen auf der Homepage des Instituts...

 

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