13.08.2019

Plattformen für Handwerksbetriebe

Onlineplattformen sind aus dem täglichen Leben vieler Menschen nicht mehr wegzudenken – Google, Amazon, Facebook sind hier nur die bekanntesten Namen. Viele Nutzer sind überrascht über Service und Kundenfreundlichkeit, die sie bei Onlinebestellungen erhalten. Plattformen haben bewiesen, dass sie Märkte komplett verändern können – Handwerksbetriebe müssen sich damit auseinandersetzen.

In einer aktuellen Studie widmet sich das Ludwig-Fröhler-Institut diesem Thema. Die Studie zeigt die Relevanz für das Handwerk und erklärt anschaulich den Begriff "Plattform". Auf Basis von Plattformmodellen, die aktuell am Markt zu beobachten sind, wird ein qualitativer Ordnungs­rahmen entworfen. Berater, Betriebe und sonstige Interessierte erhalten einen Überblick über das aktuelle Marktgeschehen. Zusätzlich wird anhand eines Lebensphasen­modells von Handwerksbetrieben aufgezeigt, für welchen Betrieb sich welcher Plattformtyp eignet.

Die Kernergebnisse:

  1. Plattformen verbinden als Intermediäre Kunden und Anbieter mit dem Ziel, zwischen beiden unmittelbar oder mittelbar eine Transaktion zu ermöglichen.
  2. Plattformen übernehmen in vielen Bereichen der Wirtschaft in Deutschland bereits heute Schlüsselpositionen und streben offensiv ins Handwerk – Ignorieren wird keine Lösung sein.
  3. Aktuell richten sich mehr als 100 Plattformen mit ihrem Angebot an Handwerksbetriebe. Eine hohe Entwicklungsdynamik sorgt dafür, dass sich Geschäftsmodelle und das damit verbundene Angebot an Betriebe schnell ändern.
  4. Plattformen lassen sich in fünf Typen unterscheiden: Werbeplattformen, Onlineshops, "Partnervermittler", "Infrastruktur-Anbieter" und "Franchiser".
  5. Je nach Modell übernehmen die Plattformen Teile der unternehmerischen Verantwortung von Betriebsinhabern.
  6. Grundsätzlich lohnt es sich für jeden Betriebsinhaber, sich aktiv mit Plattformen auseinanderzusetzen und eine Kooperation auf Vorteilhaftigkeit hin zu prüfen.
  7. Insbesondere für Betriebe im Anfangsstadium und mit begrenzter Infrastruktur können sich fast alle Plattformtypen eignen.
  8. Für Betriebe mit Ziel des eigenständigen Wachstums und Fortbestehens eignen sich mit Werbeplattformen, Onlineshops und "Partnervermittlern" insbesondere solche Plattformen, die nicht zu stark in die unternehmerische Verantwortung eingreifen.

 

Die Publikation steht auf der Internetseite des LFI bzw. hier zum kostenfreien Download zur Verfügung.

Ansprechpartner:
Johannes Trenkle
Tel.: 089-515560-83
E-Mail: trenkle(at)lfi-muenchen.de