17.12.2018

Roboter in der Werkstatt

Auf der Messe „Cloud Expo Europe“ in Frankfurt konnten sich die Teilnehmer über neue Entwicklungen im Technologie-Bereich informieren. Anja Cordes, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Technik der Betriebsführung im Deutschen Handwerksinstitut e. V., beteiligte sich mit dem Vortrag "Roboter in der Werkstatt: Der Einsatz digitaler Technologien im Handwerk und die Auswirkungen für die Arbeit und den Menschen" am fachlichen Austausch. Auf der Grundlage von Erfahrungen von Handwerksbetrieben stellte sie praktische Erkenntnisse aus der Einführung von 4.0-Technologien im Handwerk vor. Sie verwies auf den Malerbetrieb mit mehreren parallelen Baustellen, der eine Software zur digitalen Steuerung seiner Prozesse einsetzt. Eine Konditorei stellt mit Hilfe eines 3D-Druckers einzigartige und individuelle Formen her – Naturszenen, Firmenlogos oder Sehenswürdigkeiten. Eine Tischlerei setzt für Fräsarbeiten einen Industrieroboter ein, mit dem extrem aufwändige, detailreiche und großflächige Werkstücke 5-achsig simultan gefräst werden können.

Anja Cordes auf der "Cloud Expo Europe" (Foto: Sören Laird Sörries)

Cordes zeigte anhand dieser Praxisbeispiele, dass die Einführung einer neuen digitalen Technologie in einem Betrieb nicht nur den Bereich verändert. Diese hat zahlreiche Wechselwirkungen im kompletten Betrieb und sollte immer in Zusammenhang mit den betrieblichen Bedarfen eingesetzt werden. Die Auswirkungen des Technolgieinsatzes sind stets komplex und strahlen auf den ganzen Betrieb ab. Die Abläufe, Schnittstellen, Kommunikationswege, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen verändern sich ebenso, wie die Belastungs- und Gefährdungssituation. Die Belastungen verlagern sich "von der Hand in den Kopf". Dies erfordert Anpassungen in der Unterweisung, dem Fachwissen und damit auch im Aufgabenbereich der Personalführung. Zusammenfassend leitete Cordes Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Technologieeinführung ab.

Die Erkenntnisse basieren auf den Ergebnissen mehrerer Befragungen, die im Rahmen des Forschungsprojekts "Prävention 4.0" durchgeführt wurden. So wurden 845 Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Berater/-innen der Handwerkskammern und -verbände sowie zwölf Handwerksbetriebe im Rahmen von Expertengesprächen befragt. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Ansprechpartnerin:
M. A. Anja Cordes
Tel.: 0721-93103-25
E-Mail: cordes(at)itb.de