15.11.2017

Umfassender Untersuchungsbericht über die Situation und Qualifikation mitarbeitender Unternehmerfrauen im Handwerk

Mitarbeitende Familienangehörige spielen in kleinen und mittleren Unternehmen des Handwerks eine wichtige Rolle. Insbesondere die (Ehe-)Partnerinnen sind es, die vielfältige und notwendige Aufgaben in den Betrieben übernehmen. Sie tragen zu einem erheblichen Teil zum Erfolg und Fortbestand des Unternehmens sowie zum Erhalt und zur Schaffung von Arbeitsplätzen bei. Bisher liegen jedoch nur wenige Forschungsergebnisse zur Situation von Frauen in familiengeführten Handwerksbetrieben vor. 

Um der Thematik mehr Gewicht zu verleihen und das Potential der Frauen im Handwerk stärker zu erschließen, beauftragte der  Bundesverband der Unternehmerfrauen im Handwerk e.V. (UFH) das Institut für Technik der Betriebsführung (itb) in Karlsruhe – Forschungsstelle im Themenbereich Technik, Organisation und Qualifizierung im Deutschen Handwerksinstitut e.V. –  mit einer empirischen Studie.

Die Themenfelder der Studie beziehen sich auf die Fachkompetenzen der Frauen, den Weiterbildungsbedarf, die familiären Strukturen, die betrieblichen Arbeitssituationen, die erwarteten Zukunftsperspektiven und persönlichen Interessen sowie die Positionierung der Frauen in der Unternehmensstruktur. Diese Bereiche wurden durch einen Methodenmix der empirischen Sozialforschung in Form quantitativer und qualitativer Datenerhebung analysiert. 

Die Daten zeigen, dass das Bildungsniveau der mitarbeitenden Unternehmerfrauen in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist. Zudem besteht der Anspruch, dieses stetig durch zertifizierte Weiterbildungen zu erhöhen. Die klassische Rollenverteilung im Betrieb ergibt sich durch die fachliche Geschäftsführung durch den Mann und die kaufmännische Leitung durch die Frau. Es zeichnet sich hierbei ein Wandel der mitarbeitenden Unternehmerfrau von der Unterstützerin zur Managerin des Betriebes ab. Diese verantwortungsvolle Position im Betrieb spiegelt sich auch im Selbstverständnis der Frauen wider. Sie zeichnen sich durch einen hohen Anspruch an ihre eigene Leistung als Führungskraft und eine sehr selbstbewusste Einstellung gegenüber der eigenen Arbeit aus. In der Öffentlichkeit ist die tatsächliche Position der Frauen in der Unternehmensstruktur noch nicht vollends angekommen. Das Selbstverständnis und den Nutzen gilt es noch besser nach außen wahrnehmbar zu gestalten, da insbesondere in der externen Anerkennung eine wesentliche Motivationsquelle der Frauen liegt. 

Im Oktober 2017 wurden zentrale Ergebnisse beim Bundeskongress der UFH vorgestellt und stießen auf reges Interesse. Eine umfassende wissenschaftliche Publikation zur Thematik soll Ende des Jahres veröffentlicht werden.     

Ansprechpartnerinnen:
Alisa Hauser
Tel.: 0721 - 93103-11
E-Mail: hauser(at)itb.de

Judith Schliephake
Tel.: 0721-93103-37
E-Mail: schliephake(at)itb.de