06.05.2019

Wärmewende im Heizungskeller

Für das SHK-Handwerk besteht noch Potenzial bei der Umsetzung der Wärmewende im Heizungskeller. Dies ist ein Ergebnis des zweijährigen Projekts „c.HANGE“. Es zeigte sich, dass das Handwerk Interesse an der Thematik erneuerbarer Heiztechnik hat und einen Beitrag zur Realisierung der Wärmewende leisten möchte. Zum Teil gibt es jedoch aufgrund fehlender Informationen bzw. Fachkompetenzen und Erfahrungen derzeit noch viele offene Fragen. Es ist daher notwendig, Erneuerbare Energien-Schulungen gezielt weiter auszubauen.

Diese vermitteln den SHK-Betrieben Lösungen und Strategien, um gezielte Informations- und Beratungsangebote für Kunden bereitzuhalten. Eine Hilfe ist der im Rahmen des Projekts entwickelte Kessel-Check. Er trägt zu einer strukturierten Beratung bei und greift gezielt die Wechselwirkungen zwischen Sanierung und Heizungstausch auf. Der Check fragt systematisch nach der Einsatzfähigkeit Erneuerbarer Energien im Gebäude und bildet diese auf einer Technologie-Matrix ab. Der Kessel-Check unterstützt Handwerker dabei, neutral und technologieoffen ihre Kunden im Sinne der Energiewende zu beraten. Zudem hilft er überzeugende Argumente zu finden, um Hemmnisse des Kunden beim Heizungstausch (im Sinne der Wärmewende) zu beseitigen.

Das Verbundprojekt "c.HANGE – Das Handwerk als Gestalter der Wärmewende" untersuchte in einem Zeitraum von zwei Jahren, wie sich der Anteil erneuerbarer Energien und effizienter Heizungsanlagen im Wärmemarkt steigern lässt. Dabei wurde das SHK-Handwerk bei der Beratung bezüglich Kesselsanierung und Heizungstausch unterstützt.

Konkret wurden folgende Arbeitspakete umgesetzt:

  • Befragungen von SHK-Handwerkern und Endkunden
    Ziel der Handwerkerbefragung war es, mehr über Kundenwünsche bezüglich Beratungsleistungen zu erfahren und diese entsprechend mit Handwerksbetrieben auszubauen.
  • Kampagne zum Kesseltausch
    In den Projektquartieren Schriesheim und Heidelberg-Ziegelhausen wurde eine Kampagne zum Heizungstausch durchgeführt. Durch 120 kostenfreie Heizungschecks wurden mit Handwerkern, Kunden und Bürgern Möglichkeiten zur Optimierung der Kommunikation untersucht.
  • Entwicklung von Schulungsmaterial
    Projektergebnisse wurden zur Entwicklung von Schulungselementen für das SHK-Handwerk eingesetzt. Es wurde eine Schulung angeboten, bei der Erneuerbare Energien im Beratungsgespräch im Fokus standen.
  • Neue Dienstleistungen rund um Erneuerbare Energien
    Zusammen mit lokalen SHK-Betrieben wurden im Reallabor und unter Verwendung der Service-Engineering Methode neue Dienstleistungen rund um die Beratung zu Erneuerbarer Heiztechnik entwickelt. Ziel war es, die Beratungssituation zwischen Handwerkern und Endkunden weiter zu verbessern und Hemmnisse des nachhaltigen Heizungstauschs zu beseitigen.

Das vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg geförderte Projekt wurde im April 2019 erfolgreich abgeschlossen und leistete einen wertvollen Beitrag zur Umsetzung der klima- und energiepolitischen Ziele im Gebäudebereich. Es wurde von einem Konsortium bearbeitet, dem neben dem itb das Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) als Konsortialführer, das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und die Fraunhofer-Projektgruppe Wirtschaftsinformatik (FIM) angehörten.

Eine ausführliche Dokumentation inklusive der erarbeiteten Materialien findet sich auf der Projekthomepage sowie auf www.itb.de.

Ansprechpartner:
Andreas Ihm
Tel.: 0721-93103-23
E-Mail: ihm(at)itb.de

Alisa Hauser
Tel.: 0721-93103-11
E-Mail: hauser(at)itb.de