06.05.2019

Wie Handwerksbetriebe digitale Technologien einführen – Beispiele guter Praxis

Der digitale Wandel gilt als eine wesentliche Herausforderung der Gegenwart und Zukunft. Digitale Technologien etablieren sich im Arbeitsalltag Schritt für Schritt und reichern vorhandene Prozesse in Unternehmen in einem evolutionären Prozess an. Auch im Handwerksbereich schreitet dieser Prozess voran. Betriebe setzen smarte Werkzeuge, Anlagen, Apps für die Baustelle, Organisations- und Personaleinsatztools, 3-D-Druck, Drohnen, Smartphones oder intelligente Fahrzeugtechnik ein. In einer neuen Broschüre werden anhand von zehn Beispielen guter Praxis Handwerksbetriebe vorgestellt, die digitale Technologien einsetzen.

Neben dem eigentlichen Einführungsprozess wird besonderer Wert auf die Auswirkungen dieser Technologien auf Führung, Prozesse oder Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit gelegt. Die einzelnen Beiträge wurden auf Grundlage von Interviews mit Unternehmer/-innen erstellt und deren Erfahrungen und Erkenntnissen zur Technologieeinführung.

Bei der Technologieeinführung im Handwerk mit seinen meist kleinbetrieblich strukturierten Betrieben ist oftmals festzustellen, dass die dazu benötigten Kapazitäten zu Lasten des operativen Tagesgeschäfts gehen. Doch gleichzeitig lässt sich beobachten, dass die kleinbetriebliche Struktur auch große Vorteile bietet:

Bei der Einführung neuer Technologien ermöglicht eine geringe Betriebsgröße oftmals größere Flexibilität und Beweglichkeit, ein Denken weniger in Abteilungen, sondern man sieht den Betrieb als Ganzes. Im Handwerk ist der Fokus auf der Erfüllung der Kundenwünsche sehr stark ausgeprägt, fast jeder Auftrag ist ein Unikat und die Produkte und Leistungen werden auf die spezifischen Gegebenheiten adaptiert. Die Beschäftigten sind direkt in die Produktentwicklung eingebunden. Gleichzeitig sind Geschäftsprozesse überschaubarer, direkter und die persönliche Nähe deutlich größer. Gerade hier liegt eine große Chance für das Handwerk, was auch bei der Umsetzung digitaler Innovationen hilfreich sein kann.

Wie digitale Technologien in Handwerksbetrieben sinnvoll eingesetzt werden können, wie ein erster Einstieg möglich ist und welche Folgen und Auswirkungen dies haben kann, zeigt die neue Broschüre "Handwerksbetriebe auf dem Weg in die Arbeitswelt 4.0 – Praxisbeispiele zum Einsatz digitaler Technologien im Handwerk". Sie steht hier kostenfrei zum Download bereit.

Die Broschüre wurde im Rahmen des durch das BMBF geförderten Forschungsprojekts "Prävention 4.0" erstellt. Hier werden Handlungsempfehlungen und Leitlinien für eine präventive Arbeitsgestaltung in der Arbeitswelt 4.0 entwickelt, damit die Akteure in kleinen und mittleren Betrieben die Potenziale der betrieblichen Prävention in der digitalisierten Arbeitswelt wirkungsvoll nutzen können.

Ansprechpartnerin:
Anja Cordes
Tel.: 0721-93103-25
E-Mail: cordes(at)itb.de