25.06.2026

EU-Taxonomie im Handwerk: ESG & Finanzierung

Wie wirkt die EU-Taxonomie auf Kredite im Handwerk? Ein neues Projekt des itb Karlsruhe entwickelt praxisnahe Hilfen, damit Betriebe ESG-Daten bereitstellen, Vorgaben erfüllen und Finanzierungen sichern können.

Die EU-Taxonomie gewinnt zunehmend an Bedeutung für die Finanzierung wirtschaftlicher Aktivitäten. Auch wenn sie sich nicht direkt an Handwerksbetriebe richtet, beeinflusst sie deren Zugang zu Krediten indirekt erheblich. Hintergrund ist unter anderem die Green Asset Ratio (GAR), über die Banken nachhaltige Aktivitäten in ihre Risikobewertung einbeziehen. Fehlende oder unzureichende ESG-Daten können dazu führen, dass Finanzierungsmöglichkeiten eingeschränkt oder verteuert werden.

Hier setzt das Projekt EUTHA an. Ziel ist es, kleine und mittlere Handwerksbetriebe (KMU) gezielt dabei zu unterstützen, nachhaltige Finanzierungsentscheidungen zu treffen und regulatorische Anforderungen der EU-Taxonomie umzusetzen. Gleichzeitig sollen Betriebe befähigt werden, umweltfreundliche und zukunftsfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die systematische Analyse der Betroffenheit verschiedener Handwerksbereiche. Dabei wird untersucht, welche Gewerke besonders stark unter Anpassungsdruck stehen und welche Strategien bisher im Umgang mit den neuen Anforderungen verfolgt werden. Darauf aufbauend werden praxisnahe Instrumente entwickelt, die Betrieben helfen, Nachhaltigkeitskriterien zu erfüllen und ihre ESG-Leistung sichtbar zu machen.

Die Herausforderung: Viele Handwerksbetriebe unterliegen keinen umfassenden Berichtspflichten und verfügen daher oft nicht über strukturierte Nachhaltigkeitsdaten. Gleichzeitig berücksichtigen Banken zunehmend ökologische Risiken bei Kreditentscheidungen – unabhängig von gesetzlichen Berichtspflichten. Dadurch entsteht ein struktureller Nachteil für KMU, die stark auf bankbasierte Finanzierung angewiesen sind.

EUTHA schließt diese Lücke zwischen Regulierung und betrieblicher Praxis. Durch die Entwicklung konkreter Lösungsansätze – etwa für die Erfassung und Aufbereitung von ESG-Daten – soll der Zugang zu Finanzierung verbessert und nachhaltige Investitionen gezielt gefördert werden. Langfristig trägt das Projekt dazu bei, ökologische Anforderungen und wirtschaftliche Realität im Handwerk besser in Einklang zu bringen und die Transformation aktiv zu unterstützen.

Ansprechpersonen:
Julia Maxi Bauer
Tel.: +49 (0)721 93 103 -12
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Anja Cordes 
Tel.: +49 (0)721 93 103 -25
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Institut für Betriebsführung im DHI e.V. (itb)

Weitere Informationen auf der Homepage des Instituts:

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