Ökosysteme der Kreislaufwirtschaft im europäischen Kontext
Drei neue Forschungsberichte des ifh Göttingen zeigen, wie regionale Akteure Ökosysteme der Kreislaufwirtschaft gezielt aufbauen, steuern und weiterentwickeln können.
Der erste Bericht “Methodenleitfaden zur Entwicklung regionaler Ökosysteme der Kreislaufwirtschaft” entwickelt einen Methodenleitfaden, der Akteure in vier aufeinander aufbauenden Phasen von der Analyse des regionalen Kontextes bis zur Skalierung erfolgreicher Lösungen führt und dabei technische, sozioökonomische und institutionelle Faktoren systematisch miteinander verknüpft.
Der zweite Bericht “Handlungsempfehlungen zur Steuerung regionaler Ökosysteme der Kreislaufwirtschaft” untersucht sechs regionale RRR-Ökosysteme in Nordwesteuropa und arbeitet auf Basis von Praxiserfahrungen und Interviews zentrale Entwicklungsschritte heraus, darunter Governance-Ansätze, typische Infrastrukturanforderungen sowie Finanzierungsfragen. Er zeigt zudem, welche wiederkehrenden Hindernisse die Weiterentwicklung sowohl neuer als auch etablierter Ökosysteme prägen.
Der dritte Bericht “Monitoring von Ökosystemen in der Kreislaufwirtschaft: Methodik und Ergebnisse aus sechs europäischen Regionen” stellt ein Baseline Monitoring vor, das vergleichbare Daten zum Status quo von sechs europäischen Regionen liefert, die ein regionales Reparatur-Ökosystem aufbauen. Es erfasst unter anderem Reifegrad, politische und gesellschaftliche Unterstützung, finanzielle Leistungsfähigkeit, Reparaturkapazitäten, strukturelle Barrieren sowie Kommunikations- und Kooperationsstrukturen. Die Ergebnisse machen regionale Unterschiede sichtbar, etwa bei der Einbindung handwerklicher Akteure und bei Herausforderungen wie dem Zugang zu Ersatzteilen, Reparaturinformationen oder qualifizierten Fachkräften.
Über alle drei Berichte hinweg wird deutlich, dass das Handwerk eine Schlüsselrolle für den Übergang zu einer zirkulären Wirtschaftsweise spielen kann. Handwerksbetriebe setzen Reparatur und Aufbereitungsleistungen praktisch um und fungieren als operative Schnittstelle zwischen Konsum, Produktion und Reparatur. Damit sind sie entscheidend, um zirkuläre Strategien vom Pilotprojekt in die Breite zu bringen. Die drei Forschungsberichte liefern praxisnahe Orientierung, wie Regionen handwerksnahe Strukturen stärken, Kooperationen stabilisieren und Kreislaufwirtschaft als lernfähiges Ökosystem nachhaltig skalieren können.
Die Studien stützen sich auf aktuelle Forschungsergebnisse sowie auf Interviews und Umfragen, die im Rahmen des von EU Interreg NWE kofinanzierten Projekts E6 durchgeführt wurden.
Ansprechperson:
Dr. Lukas Meub
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Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk (ifh)
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