Vom Erfahrungsaustausch zum Innovationsprojekt
Wie können komplexe Kurs- und Raumplanungen in Berufsbildungszentren effizienter gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Handwerkskammer Potsdam und der European Digital Innovation Hub DAISEC in einem gemeinsamen Innovationsprojekt. Begleitet wurde der Prozess durch das HPI Hannover als Kernteampartner des DAISEC, dass die Moderation und die Herleitung des Innovationsprojekts unterstützte und seine Expertise an der Schnittstelle von Handwerk, Digitalisierung und Technologie einbrachte.
Den Ausgangspunkt der Zusammenarbeit bildete das HPI-Kontaktstudium 2025 in Trier. In einem zweistündigen Workshop tauschten sich rund 20 Leiterinnen und Leiter von Bildungseinrichtungen aus Handwerksorganisationen über ihre Erfahrungen mit dem Planungsalltag in Berufsbildungszentren der Handwerkskammern aus.
Dabei zeigte sich eine Herausforderung, die viele Einrichtungen gleichermaßen betrifft: Planungsprozesse sind häufig noch stark manuell geprägt. Sie erfordern einen hohen zeitlichen Aufwand und hängen vielfach vom Erfahrungswissen einzelner Mitarbeitender ab.
Aus dem Erfahrungsaustausch entstanden erste Ideen für eine vertiefte Zusammenarbeit. Für die Handwerkskammer Potsdam traf die Diskussion auf ein bereits laufendes Entwicklungsvorhaben: Für ihr Berufsbildungszentrum ließ sie eine eigene Planungssoftware programmieren. Damit bot sich die Möglichkeit zu prüfen, an welchen Stellen moderne Optimierungsverfahren einen zusätzlichen Nutzen für die Planung schaffen können.
An diesem Punkt setzte der Wissenstransfer im Rahmen des DAISEC an. Als vielversprechender Ansatz erwies sich die Constraint Optimisation, also die Optimierung unter vorgegebenen Bedingungen. Auf dieser technologischen Basis wurde für die Handwerkkammer ein Demonstrator entwickelt, um die Machbarkeit zu bewerten.
Das Prinzip ähnelt einem großen Puzzle: Der Software sind die einzelnen Elemente – etwa Kurse, Räume, Lehrkräfte und verfügbare Zeiten – ebenso bekannt wie die Regeln, nach denen diese miteinander kombiniert werden dürfen. Ein Raum darf beispielsweise nicht gleichzeitig für zwei Kurse eingeplant werden, eine Lehrkraft muss zum vorgesehenen Zeitpunkt verfügbar sein und bestimmte Unterrichtsinhalte müssen in einer festgelegten Reihenfolge stattfinden. Ein Optimierungsverfahren kann eine große Zahl möglicher Kombinationen berücksichtigen und daraus einen möglichst geeigneten Planungsvorschlag ableiten.
Die Zusammenarbeit zwischen der Handwerkskammer Potsdam und dem DAISEC schafft damit eine Grundlage für die weitere Entwicklung der Planungssoftware. Zugleich zeigt das Projekt beispielhaft, wie der Transfer zwischen praktischen Anforderungen aus dem Handwerk und technologischer Expertise gestaltet werden kann.
Weitere Informationen sind hier zu finden.
Ansprechperson:
Walter Pirk
Tel.: +49 (0)511 70155-19
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Heinz-Piest-Institut (HPI) für Handwerkstechnik
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