29.04.2026

Vergütungsstudie für Nordrhein-Westfalen veröffentlicht

Eine neue LFI-Studie zeigt attraktive Verdienstaussichten in den fünf untersuchten Mitarbeitergruppen.

Im Auftrag der sieben Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat das LFI München eine umfassende Vergütungsstudie durchgeführt und veröffentlicht. Mehr als 2.500 Betriebe haben daran teilgenommen und fast 10.000 Gehaltsdaten für Auszubildende, Gesellen, Meister, kaufmännische Angestellte und Helfer zur Verfügung gestellt. Ziel war es, ein klares Bild der aktuellen Gehaltsstrukturen zu erhalten und herauszufinden, welche Faktoren die Vergütung im Handwerk beeinflussen.

Die Studie zeigt, dass Betriebe bei der Stellenbesetzung einen langen Atem brauchen: Eine Gesellenstelle bleibt im Schnitt neun Monate unbesetzt, eine Meisterstelle acht Monate. Die Vergütungshöhe wird dabei als wichtiges Instrument zur Mitarbeitergewinnung und -bindung gesehen. Noch entscheidender sind aus Sicht der Betriebsinhaber jedoch ein gutes Betriebsklima und ein enger persönlicher Kontakt zur Belegschaft. Dennoch hebt sich rund ein Viertel der Betriebe bewusst durch ein überdurchschnittliches Gehaltsniveau von der Konkurrenz ab.

Eine Ausbildung und anschließende Weiterbildung im Handwerk lohnen sich finanziell. Gesellen verdienen im Schnitt 700 bis 1.100 Euro mehr als Helfer. Besonders deutlich wird der finanzielle Sprung bei der Meisterprüfung: Im Vergleich zum Gesellen bedeutet der Meistertitel ein Gehaltsplus von durchschnittlich 1.500 Euro pro Monat. Auch wenn Auszubildende im ersten Lehrjahr in anderen Branchen teils mehr verdienen, holen die Top-Handwerksberufe ab dem zweiten und dritten Lehrjahr auf und ziehen teilweise sogar vorbei.

Der Meisterbrief ist nicht nur fachlich, sondern auch finanziell eine Alternative zum Studium. Mit einem Durchschnittsgehalt von ca. 4.500 Euro brutto im Monat und Spitzenverdiensten, die zwischen 6.000 und 8.000 Euro liegen können, müssen sich Meister im NRW-Handwerk nicht hinter Bachelorabsolventen aus der Industrie verstecken. Die Studie belegt eindrücklich: Leistung zahlt sich aus. Betriebe honorieren höheres Fachwissen, mehr Berufserfahrung, Führungsverantwortung und besondere Leistungsbereitschaft mit einer besseren Bezahlung. Darüber hinaus ist die Bezahlung standortunabhängig fair: Die Analysen ergaben keine signifikanten Gehaltsunterschiede zwischen städtischen und ländlichen Betrieben.

Eine Kurzzusammenfassung der Studie zum kostenlosen Download finden Sie hier.

Ansprechperson:
Dr. Andrea Greilinger
Tel.: +49 (0)89 - 51 55 60 – 84
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Ludwig-Fröhler-Institut (LFI) für Handwerkswissenschaften

Weitere Informationen auf der Homepage des Instituts:

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