25.06.2026

Handwerk und KI: deutsch-japanischer Forschungsaustausch

Acht Wochen an der University of Tokyo: Ein Austausch über das deutsche Handwerk und die Nutzung Generativer KI im Mittelstand.

Das deutsche Handwerk war Thema an der University of Tokyo: Maximilian Schatz vom LFI München stellte während seines achtwöchigen Forschungsaufenthalts am Department of Technology Management for Innovation die Strukturen und Herausforderungen des deutschen Handwerks vor, von der dualen Ausbildung bis zum Meisterprinzip. Im Austausch mit japanischen Forschenden zeigte sich, dass Fachkräftemangel und Digitalisierungsdruck die Betriebe in beiden Ländern gleichermaßen prägen.

Hauptgebäude der Universität von Tokio

Hauptgebäude der Universität von Tokio

Inhaltlich rückte der Vergleich der KI-Nutzung in den Vordergrund. In Japan hat bislang erst rund ein Viertel der KMUs Generative KI in Nutzung, einer der niedrigsten Werte im OECD-Vergleich. Deutschland liegt mit knapp 39% hier weiter vorne. Und selbst dort, wo japanische Betriebe die Technik nutzen, bleibt es häufig bei ersten Schritten statt fester Routine. Interessant ist vor allem der Grund: Nicht hohe Kosten bremsen die Einführung, sondern fehlendes Anwendungswissen, Trainingsangebot und Anreizstrukturen zur Umsetzung. Zudem wird aus Betriebssicht auch fehlende KI-Talente hervorgehoben, die den Wandel bremsen. Dieses Muster ist nicht unähnlich dem deutschen Handwerk, in Japan tritt es durch einen besonders ausgeprägten Fachkräftemangel und fehlenden Blick für Einsatzbereiche noch deutlicher hervor.

Die gewonnenen Erkenntnisse untermauern die praktische Relevanz für das Promotionsthema von Maximilian Schatz. Im Rahmen seiner Forschung konzipiert er einen KI-gestützten, personalisierten Mitarbeiter für die Betriebsführung, der bei administrativen und strategischen Aufgaben unterstützt. Das Projekt fußt auf der niedrigen Einstiegshürde Generativer KI, welche es erlaubt, Generative KI selbst als digitalen Innovationstreiber für Digitalisierung und Automatisierung zu nutzen. So ist KI vielmehr Katalysator statt Bremsblock der digitalen Transformation.

Ansprechperson:
Maximilian Schatz 
Tel.: +49 (0)89 51 55 60-88
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Ludwig-Fröhler-Institut (LFI) für Handwerkswissenschaften

Weitere Informationen auf der Homepage des Instituts:

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