10.08.2022

In Tradition verwurzelt – Wie unsere Böden das Handwerk prägen

Entwicklungspfade regionaler Handwerksstrukturen reichen über 100 Jahre zurück.

    Die Dichte von Handwerksbetrieben in den deutschen Regionen ist stark unterschiedlich. Woran liegt es, dass sich in bestimmten Gebieten, wie dem bayrischen und sächsischen Mittelgebirge, oder dem Nordwesten Deutschlands eine deutlich höhere Handwerkerdichte als im Rest des Landes herausbildete? Im vorliegenden Aufsatz entwickeln Petrik Runst und Michael Wyrwich die Hypothese, dass sich Menschen vor allem in den Gegenden von der Landwirtschaft ab- und dem Handwerk zuwandten, in denen die Böden weniger produktiv waren. Die Autoren zeigen, dass Regionen mit hoher Handwerkerdichte fast identisch mit den Anbaugebieten für Hafer und Roggen sind. Beide Getreidearten sind ein verlässlicher Indikator für eine niedrige Bodenqualität, da diese Pflanzen nur geringe Ansprüche stellen. Darüber hinaus ist die hohe Handwerkerdichte, welche sich in der Vergangenheit herausbildete, auch heute noch sichtbar: Die Regionen, welche vor über 100 Jahren eine hohe Handwerkerdichte aufweisen, sind auch heute noch handwerklich aktiver. Trotz aller Dynamik der modernen Welt und den Veränderungen vieler Jahrzehnte zeigen sich langfristige Entwicklungspfade unserer heutigen Wirtschaftsstrukturen.

    Die Publikation "Poor soil as a fertile breeding ground: therole of historical agricultural specialization for the persistence of regional diferences in crafts" von Petrik Runst und Michael Wyrwich kann hier heruntergeladen werden. Eine kurze Zusammenfassung steht hier zur Verfügung.

    Ansprechpartner:
    Dr. Petrik Runst
    Tel.: +49 551-3917-4889
    E-Mail: petrik.runst(at)wiwi.uni-goettingen(dot)de

    Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk (ifh)

    Weitere Informationen auf der Homepage des Instituts:

    zur ifh-Website